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your time is running away. you got to get going now. life, it will not wait.

Mai

Es sind diese ganz bestimmten Tage im Mai, an denen die Stadt nach Sommer riecht. Der Bärlauch blüht längst, die Bäume am Elster-Kanal sind endlich grün und die Sonnencreme trocknet auf der Haut. Es riecht nach Erdbeerbowle, frischem Gemüse vom Grill und lauen Sommernächte. Ach Mai, du bringst uns ganz schön zum Schwärmen. Während sich noch alle zum Brückentag gemütlich auf der Terrasse sonnen und seelisch auf den Maifeiertag vorbereiten, laufen wir ganz auf aufgeregt durchs Café Cantona. Oder sagen wir: Eher ich. Susann und ihr Kameramann sind ganz entspannt und drehen die ersten Schnittbilder. Für das MDR-Format “360°” darf ich ein paar schlaue Worte zum Thema Instagram und Internetsucht von mir geben. Im Kaffee rühren, die Tasche ablegen, nochmal reinkommen, die Blumen verrücken, nochmal am Kaffee nippen, sind ganz gute Posen und erleichtern den Einstieg ins Thema. Ja, Instagram ist schon ganz cool und macht ziemlich viele Dinge richtig. Bringt ziemlich sympathische Menschen zusammen, zeigt dir, was deine Freunde so erleben, liefert dir außerdem immer die neuesten Trends, die schönsten Menschen, das beste Essen, die aufregendsten Reiseperspektiven und gibt dir immer sofort ein Feedback zurück. Wie gut kommen deine Bilder an? Wie gut gefallen deinen Followern deine neuesten Fotos? Oder entscheidet der Algorithmus darüber, was gezeigt wird? Ja, und genau daran liegt vielleicht auch die Krux des Ganzen. Keine Neuheit, klar. Aber trotzdem immer wieder wichtig zu sagen: Das alles sind nur Momentaufnahmen. Ausschnitte vom großen Kuchen. Besonders schön inszeniert. Dafür liebt man es schließlich und dieser Feed hört niemals auf dir genau das zu zeigen. Aber es sind eben nur Szenen und kleine Geschichten. So in etwa klang dann wohl auch das Interview. Danke dafür!

Von einem Termin zum nächsten Kaffeedate. Frisch von der ersten Erfahrung mit der VR-Brille im LEAVR.Studio für TEAMBRENNER hüpfe ich zum Fensterbank-Date mit Maestro Viehweg. Ein Törtchen vom Café Maître gehört natürlich auch dazu. Wir bemerken gar nicht wie die Zeit vergeht, sondern nur, dass sich die Sonne langsam hinter den Häusern versteckt. “Oh, schon so spät?” Dabei sehen wir uns doch am Donnerstag schon wieder. Passend wie der weiße und der schwarze Schwan schweben wir zum Pressetermin in der Oper Leipzig gemeinsam ein. Zur Premiere von “Schwanensee” dürfen wir schon vorab einen Blick hinter die Kulissen zum Leipziger Ballet werfen und den Geschichten von Produktionsleiter Remy Fichet und Kostümdesigner Alexsandar Nosphal lauschen. Ich höre nur “Alexander McQueen” und möchte einfach sofort die Kostüme der Schwäne sehen an denen schon fast ein ganzes Jahr lang gearbeitet wurde. Doch bevor es soweit ist, bekommen wir noch den riesigen Kostümfundus im Dachgeschoss gezeigt. Meine Frage nach dem: “Meinst du, wir dürfen gleich was anprobieren?” wird nur mit einem schweren Stoffrascheln quittiert. “Du glaubst gar nicht wie schwer diese Kleider sind und in denen muss ja noch getanzt werden!” Ein gutes Stichwort, denn am Sonntagabend wird um 18 Uhr der Vorhang gelüftet. Doch bis zu diesem großen Abend in der Oper, tatsächlich auch noch einer meiner offenen, letzten Punkte auf der Leipzig-to-do-Liste, ist noch ein wenig Zeit.

Wir genießen die Abende im Biergarten an der Ilse, besuchen Foto-Ausstellungen und geraten ganz unverhofft ins Diskofieber. Eigentlich wollten wir zur Eröffnung des neuen Cafés “DAS KAPITAL” (vorher Café bau bau – und nein, das Café hat nicht geschlossen, sondern wechselt nur aller paar Jahre das Künstlerkonzept und den Namen) ein Gläschen Aperol auf der Veranda trinken aber ganz plötzlich werden die Tische zur Seite geschoben und es wird ausgelassen zu Rap, 80ern und Funk getanzt. Für diese Partys lieben wir das Café einfach. Aber noch ein ganz besonderer Abend wird uns in Erinnerung bleiben. Nämlich die Hochzeit von Jenny und Max im Kaiserbad. Eigentlich verrückt, dass man so schöne Hochzeiten von fast völlig fremden Menschen miterleben darf und leise klickend hinter ihnen steht. Das Wetter hält perfekt, Braut und Bräutigam sehen unglaublich toll aus, die Gin Tonic Bar wartet mit frischen Früchten, die Band probt im Hintergrund schon für den Hochzeitstanz und den Abend hindurch erfüllt der Raum eine Glückseeligkeit, die ansteckt. Nach einer langen Woche genau das Richtige. Fast selbstverständlich sitze ich mit den Freundinnen gemeinsam am Tisch und wir plaudern über alle Dinge, die uns einfallen. Wieso führt man manchmal die besten Gespräche mit Menschen, die man nicht kennt? “Stranger on the train”, heißt das Phänomen, erzählst du mir später an diesem Wochenende. Alles macht Sinn! Alles alles Liebe für euch zwei. Für immer.

Doch Schluss mit der Kamera und der Tastatur, denke ich mir zum Sonntag. Kopf aus und raus an den See. Immerhin schaffe ich zwei Texte aus dem neuen Stuckrad-Barre bis mich der Eiskaffee (Verzeihung, Iced Latte) nach Schleußig lockt. Nur nicht die Zeit vergessen, denn in wenigen Stunden treffen wir uns geschniegelt zur Premiere von “Schwanensee”. Wie wir schon vorab erfahren haben, wird uns an diesem Abend Tschaikowskis Werk nicht im klassischen Sinne gezeigt, sondern in einer modernen Interpretation von Ballettdirektor Mario Schröder. Als nicht regelmäßiger Opernbesucher würde ich mir nicht anmaßen eine Meinung abzugeben, die die Kunst des Balletts betrifft. Aber dennoch habe ich eine weitaus klassischere Umsetzung im Vorfeld erwartet und wurde auf ein Neues überrascht. Das Bühnenbild, der bewegliche Spiegel, die Inszenierung von Wasser und das wunderbare Orchester überströmen einfach alles. Manchmal auch das Geschehen auf der Bühne selbst. Aber es ist ein Fest dem zuzusehen. Da wir uns in der Pause einen Sekt dann doch nicht leisten wollen, begnügen wir uns mit einer Cola, lassen die After Show Party sausen und stoßen im PILOT mit der kleinen Runde an, die sich ganz spontan ergeben hat. Die Erinnerungen nehmen wir mit und sagen herzlichst: Danke für die Einladung zu so einem schönen Anlass. Aber moment mal, sitzt da hinten im PILOT wirklich Clueso? “Ganz ruhig, Mädels… der sieht bestimmt nur… OH MEIN GOTT!” Schön, dass du hier bist, Mai!

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