Hallo Frankfurt. Das am Main natürlich. Tasche packen für zwei Tage hartes Business. Im Zug sitzen, das Ticket dreimal prüfen, ob auch wirklich Mittwoch ist, das neue „The Notwist“-Album hören und mit Sonnenschein vom Bordstein zur Skyline begrüßt werden. Mittlerweile kennen wir uns ja gut.
Was man in Frankfurt eigentlich nicht mehr machen muss: Auf der Zeil einkaufen gehen. Das machen nicht mal die Frankfurter. Die richtig schönen Läden liegen fernab der Shoppingmeile. Was ich dennoch zum Zeitvertreib gemacht habe: Auf der Zeil einkaufen, mich mit einem „Ich geh mit dir wohin du willst“-Kaffeebecher auf eine Parkbank gesetzt und die Menschen beobachtet. Dafür liebe ich Frankfurt: Scheiß auf Trends und Geschmack – hier wird alles zusammen kombiniert und getragen. Hauptsache Glitzer, Leoparden-Print und Fell. Das sind die Basics. „Wie geht ihr damit um, wenn euch jemand dumm auf der Straße anmacht?“ „Gar nicht beachten. In Frankfurt beachtet sich keiner. Einfach weiterlaufen. Hier ist jeder anonym“.
Empfehlungen für den Abend: Sich immer von den Ortsansässigen in gute Restaurants bringen lassen (sonst landet man nur wieder auf einer After-Work-Party der Bankangestellten), Apfelwein und Grüne Sauce probieren und sich nebenbei ausfragen. „Bist du schon lange in Frankfurt?“ „Seit 5 Jahren. Aber ich will wieder zurück in die Heimat“. „Wo ist die denn?“ „In Leipzig.“ „Oh. Ja, das kann ich verstehen“. Die fröhlichen Hessen schaffen es noch in dieser gemütlichen Runde eins draufzusetzen und spielen im kleinen, überfüllten Restaurant „Leib&Seele“ „Get Lucky“ und irgendjemand klatscht. Was man in Frankfurt nachts scheinbar nicht machen sollte: Alleine laufen. „Komm, ich bring dich bis zur U-Bahn“. Dafür sehen die Hochhäuser um die Zeit umso schöner aus.
Let’s talk about business. Kollegen aus ganz Deutschland treffen, in den Pausen auf der Dachterasse stehen, Flugzeuge beobachten und Kaffee trinken, Google Hangouts als das neue Ding erklärt bekommen und dann selbst vor der Leinwand sitzen. „Blogs sind die Zukunft“. „Ähh, nee. Das ist eher die Gegenwart“. Wir lernen: Uns durchzusetzen, ein „Nein“ ist noch kein Ende, den Satz „Feel free“ und, dass man einfach nur gute Argumente braucht. Darauf trinken wir noch eine Paloma Lemonade im hippen PLACETOBE und verabschieden uns am Hauptbahnhof. Tschüss, Frankfurt. Es war ganz sehr schön dich mal von einer anderen Seite kennenzulernen.
Dem sächsischen Zoll sei Dank – darf ich meine Güter aus dem KA behalten. (Das sind ja auch alles nur Geschenke. Strumpfhosen aus dem Westen. Das muss man sich mal vorstellen.) Nur den Milchreis muss ich gleich noch an der Ländergrenze vernaschen. Huch. Dafür hatte ich auch Zeit. „Meine Damen und Herren. Wir bitten unsere Fahrgäste nach Ilmenau hier umzusteigen, denn wir fahren jetzt nach Erfurt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50km/h ein. Da krieschen ’se keene Anschlüsse mehr“. Herrlich. Endlich wieder Zuhause. Das hört man dann auch.
Lieber Schlax, hast du noch nicht vom sächsischen Zoll gehört? Der überprüft auch Waren aus Thüringen. Das gehört alles zum KA. Alles außerhalb von Sachsen. Da muss man echt aufpassen. Crazy.
Ich will nicht klugscheißen aber müsste nicht der Thüringische Zoll an der Grenze zum KA stehen?
Schöne Fotos!
xoxo