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ein leipziger lifestyle-magazin. ein hoch auf die kreativen dieser stadt!

strawberries cherries and an angels kiss in spring. my summer wine is really made from all these things.

Ich liebe Wein. Das ist mir quasi in die Wiege gelegt – meine Eltern sind Weinhändler, sie führen ihren Laden in dritter Generation. Seit Kindertagen komme ich um das Thema nicht rum: Urlaube in Weinanbaugebieten, der erste Schluck Eiswein meines Geburtsjahrgangs mit 14 Jahren, viele September lang drei Tage durchweg Radebeuler Herbst-und Weinfest; das erste Mal übersäuerter Federweißer-Magen, Winzerumzug, Weinlese. Wein ist Kultur. Durch Radebeul und Umgebung, über Meißen entlang des Elbtals, erstreckt sich das kleinste Weinanbaugebiet Deutschlands. Hier werden vorrangig weiße Rebsorten angebaut, besonders Müller-Thurgau, Riesling, Weiß- und Grauburgunder. Eine Besonderheit des sächsischen Weinanbaugebiets: Goldriesling. Diese besondere Rebsorte wird nur hier kultiviert.

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Wie sich das nun für eine Weinhändlerfamilie gehört, wächst auch im Hof meiner Eltern Wein, wenn auch nur Tafeltrauben, die weniger zum Gären, als mehr zum Verspeisen geeignet sind. Wer jetzt erwartet hatte, ich würde aus Trauben Wein machen, den muss ich enttäuschen. Ich werde keine Anleitung zum Keltern und Gären vortragen, das wöllte niemand trinken.  Den Wein zum Essen könnt ihr lieber, wenn in der Nähe, in der Weinhandlung Andrich kaufen. Von dort aus lässt es sich auch wunderbar in die Weinberge streifen. Einen Besuch der sächsischen Weinstraße im Frühherbst, mit all seinen Weingütern und Straußenwirtschaften, kann ich nur empfehlen. Selbst wer keinen Wein mag, kommt hier auf seine Kosten: Hübsche Winzerhäuser und Panoramablick ins Elbtal lassen gleich Urlaubsgefühle wachwerden.

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Traditionell eingeläutet wird der Weinherbst mit Federweißer und Zwiebelkuchen. Dazu passt das Trauben-Feigen-Chutney, was ich aus den Radebeuler Trauben hergestellt habe. Oder aber man tauscht, wie ich, Zwiebelkuchen gegen Käse, isst es zu Grillgemüse, aufm Burger, zu Brot oder Flammkuchen. Schlau-Fact: Weintraube ist die gesamte Frucht der Weinrebe, das, was wir gemeinhin als Traube bezeichnen, ist eigentlich Teil dieser, bestehend aus einzelnen Weinbeeren. Zur gleichen Zeit in voller Pracht steht der Salbei als perfekte Ergänzung zu den fruchtigen Beeren. Das kombiniert mit, wer hätte es gedacht, Rotwein, ergibt eine ziemlich gute Kombination, die förmlich nach Spätsommer schmeckt und nicht aufwendig zuzubereiten ist. Ein bisschen länger braucht es, hat man es wie ich mit kernreichen Sorten zu tun. Dann und sowieso lohnen sich ein Podcast und ein Glas Wein zum Kochen.

Noch mehr Schlaues: Kernlose Trauben sind nicht etwa eine Erfindung der wählerischen Neuzeitler, schon früh haben Menschen gezielt Reben weiter vermehrt, bei denen sich kaum harte Steine in den Beeren entwickelten. Aus diesen Sorten werden zum Beispiel im getrockneten Zustand Rosinen. Entstanden sind diese Rebsorten durch natürliche Mutationen in den Erbanlagen der Pflanze, die für die Entwicklung der Samen verantwortlich sind. Vermehrt werden Weinreben in den meisten Fällen sowieso über Stecklinge, die Kerne, also Samen, sind dabei nicht notwendig. Neue kernlose Sorten gibt es natürlich auch, die sind dann explizit gezüchtet. Viele kernlose Trauben wachsen außerhalb Deutschlands, in Italien und Griechenland, besonders aber in Kalifornien, Chile und Südafrika. Dann doch lieber Kerne pulen. Und ganz so unnütz sind die ja auch garnicht: aus dem Trester, dem Pressrückstand der Trauben, wird in Italien Grappa gebrannt.Tresterbrände gibt es unter anderen Namen auch in weiteren Ländern. Wer von dem Paar aus Traube und Salbei nicht genug haben kann, der bäckt auch noch das Trauben-Salbei-Focaccia. Achtung Suchtgefahr!

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Rezept Trauben-Feigen-Chutney |
Rezept
für 4 Personen

Zutaten:

1 TL Olivenöl
3 Schalotten
300g Weinbeeren (kernlos)
3 frische Feigen
60 ml Rotwein
50 ml Reisessig (Mirin)
1 Lorbeerblatt
1 Zweig Salbei (8-10 Blätter nach Geschmack)

Zubereitung:

  1. Öl in einem Topf über mittlerer Hitze erwärmen, fein gewürfelte Schalotten hinzugeben und 5-10 Minuten glasieren, dabei immer wieder umrühren, damit die Schalotten nicht anbrennen. Sie sollten am Ende weich und glasig sein, nicht angebraten. Weinbeeren halbieren, Feigen in Stücke schneiden, beides dem Topf mit den Schalotten zugeben. Hitze hochdrehen, um die Masse aufzukochen. Mit Rotwein und Reisessig ablöschen, Lorbeerblatt und fein gehackten Salbei hinzugeben.
  2. Alles so lang köcheln lassen, bis die Flüssigkeit reduziert und eine marmeladenähnliche Konsistenz erreicht ist. Das kann bis zu 30 Minuten dauern. Dabei immer mal wieder umrühren und die Früchte mit einem Holzlöffel zerdrücken. Nach Geschmack mit Salz und Pfeffer würzen.
  3. Fertiges Chutney in ein sauberes Schraubglas, Weckglas o.ä. füllen und mit geöffnetem Deckel erst abkühlen lassen, bevor man es verschließt.

Trauben-Salbei-Focaccia | Rezept für 4 Personen

Zutaten:

300g Weizenmehl (Type 405)
1 TL Zucker
1 TL Salz
½ Hefewürfel (ca. 21 Gramm)
3 EL Olivenöl
150 ml lauwarmes Wasser
Eine Handvoll Weintrauben
1-2 Zweige Salbei
extra Mehl zum Arbeiten, extra Olivenöl zum Bestreichen

Zubereitung:

  1. Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel vermengen. 150ml lauwarmes Wasser und Olivenöl zugeben und mit dem Knethaken des Handrührgeräts fünf Minuten zu einem glatten Teig kneten. Mit einem Küchentuch zugedeckt mindestens eine Stunde gehenlassen.
  2. Backofen auf 180°C Umluft vorheizen. Teig auf einer bemehlten Fläche zu einem etwa 2cm dicken Fladen ausrollen. Mit ausgespreizten Fingern Vertiefungen in den Teig drücken, diese mit Traubenhälften füllen. Olivenöl mit einem Backpinsel über das Focaccia streichen. Auf ein Backblech geben und 15 min ruhen lassen, bevor es für 20-25 Minuten in den Ofen geht.
  3. Nach zehn Minuten Backzeit Salbei über das Focaccia streuen. Fertig!

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