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de l’autre côté de l’eau. comme un écho. just wait until it’s over.

Ein fröhliches “Bonjour, parlez-vous français?” schallt mir am Treppenabsatz neben den Lavendel-Töpfen entgegen und in meinem Kopf krame ich die tiefsten französischen Vokabeln heraus, die ich finden kann. Aber außer “Un petit peu…” und einem gedanklichen „Arthur est un perroquet!“ ist vermutlich nicht viel mehr hängengeblieben. Doch Eric lässt mich auch ohne Vokabeltest mit einem herzlichen Lachen in das Feinkostgeschäft eintreten und präsentiert sichtlich stolz die feinsten französischen Waren in den Regalen und Kühltheken. Erst vor wenigen Wochen öffnete die “Feinkost Monsieur Madame” ihre Türen und empfängt seit Anfang Mai zahlreiche neugierige Gäste, die die französische Lebenskunst des “le savoir-vivre” genießen wollen. Das genussvolle Zelebrieren von Speisen, Getränken und schönen Kleinigkeiten, die das Leben versüßen, stehen bei Janett und Eric im Mittelpunkt ihrer “formidable” Laden-Idee.

Kennengelernt haben sich Janett und Eric vor sechs Jahren in der Schweiz. Gemeinsam beschlossen sie in Janetts Heimat zurückzuziehen und sich etwas Neues aufzubauen. Der Tapetenwechsel kam auch Eric ganz gelegen, denn seinen Beruf als OP-Assistent tauschte er nach vielen Jahren liebend gern gegen sein eigenes Feinkost-Geschäft ein. Die sonst nach Leipzig mitgebrachten, guten Waren sollte es von nun auch immer vor Ort geben. Vor allem auf dem französischen Comté hatten es alle abgesehen. Zwei Jahre lang reifte die Idee in ihren Köpfen bis sie den Laden auf der Industriestraße bezogen. auf die Frage, ob Eric seine Familie vermisst, schmunzelt er und blickt zu Janett: “Meine Familie ist hier.” Die Begeisterung für Frankreich war für Janett schon immer gegeben – von der Architektur, der Landschaft, Sprache, Herzlichkeit bis zur Kulinarik. Der Kino-Hit “Die fabelhafte Welt der Amélie” erinnerte sie daran ihr Französisch wieder zu reaktivieren. Mit ihrem Weg zu einem Schweizer Architekturbüro konnte sie die Sprache wieder leichter lernen – so traf sie auf Eric. In Leipzig finden beide ein Stück Heimat wieder. Besonders das familienfreundliche, offene und grüne Schleußig erinnert ihn immer wieder an kleine, französische Städte.

Die gebürtige Leipzigerin führt mich durch das Geschäft, während sich Eric seinen Kund:innen widmet, über den Käse in der Kühltheke philosophiert, den vorbeilaufenden Nachbarn winkt und eine wohlklingende Unterhaltung beginnt. Für einen kurzen Moment fühle ich mich an eine französische Kleinstadt erinnert mit einem winkenden Eric auf dem Marktplatz. Nur, dass dieser Schauplatz nicht in Erics Heimatstadt Montbéliard, sondern mitten in Schleußig stattfindet. Ein Hauch von Bourgogne-Franche-Comté mitten in Leipzig! Aus dieser Region im östlichen Frankreich stammen auch viele Köstlichkeiten von befreundeten Produzent:innen oder auf Urlauben entdeckte Mitbringsel. Abgerundet wird das Sortiment im “Monsieur Madame” von liebevoll ausgewählter Papeterie, Keramik, Glaskunst und Anektoden, die Janett und Eric auf ihren gemeinsamen Reisen entdeckten. “Es gibt zu jedem Stück eine kleine Geschichte zu erzählen”, lächelt Janett – so erklärt sich auch der Zusatz “Feinkost und Schönes”.

Wir finden zum Beispiel Designobjekte aus verantwortungsbewusstem Umgang mit Holz von “Reine Mère” aus Toulouse, anspruchsvolle und mundgeblasene Gläser von “La Rochère” aus Bourgogne-Franche-Comté, raffiniert duftende Seifen aus Handarbeit sowie fairem Handel und ohne chemische Konservierungsstoffe von “Route Mandarine” aus der Bretagne, minimalistische und farbenfrohe Keramik von “Atelier Buisson Kessler” aus der Provonce-Alpes-Côte d’Azur oder auch Confit, Weingeeles, Honig und Essig vom Familienbetrieb “Maison Saillard” aus Bourgogne-Franche-Comté. Darüber hinaus zeigt mir Janett noch feine Teesorten, Marmeladen, Limonaden, Bio-Säfte aus der Provence, Öle, den berühmten Schmelzkäse “Cancoillotte” – und natürlich die Käsetheke. Der beliebte Hartkäse “Comté” ist auch Janett und Erics Favorit und stammt ebenfalls aus einer Käserei aus Montbéliard – die Milch für den Käse stammt übrigens von einer nach der Region benannten Rinderart. In vierter Generation wird dort Käse hergestellt und zugekauft – schon Erics Eltern kauften ihn. Ich freu mich jetzt schon auf das Käsebrot am Abend und meine neuen Champagner-Schalen. Salut, á bientôt!

Was?
monsieur madame – Feinkost & Schönes aus Frankreich
Wann?
Montag bis Freitag 10.00 – 12.30 Uhr / 13.30 – 18.30 Uhr
Samstag  9.30 – 16.00 Uhr
Wo?
Industriestraße 43, 04229 Leipzig
Warum?
Wegen feinen französischen Lebensmitteln aus traditionellen Familienbetrieben, zum großen Teil in Bio-Qualität, und schönen Accessoires aus kleinen Manufakturen für ein “savoir-vivre”. Ladenbesitzer Eric, ein waschechter Franzose, kennt viele Familienbetriebe und nachhaltigen Produzenten selbst und begrüßt alle Neugieren mit einem schwungvollen “Bonjour!”. Es wird Zeit, um die Französischkenntnisse endlich wieder aufzufrischen und mit einem guten Stück Comté und Wein nach Hause zu gehen.

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