annabelle sagt

once you know, you can never go back.

Nicht so schnell „28“! Immer langsam. Wieder ist ein Jahr vorbei. Kurz vor dem Geburtstag fühlt sich immer alles wie zum Silvesterabend an, wenn die Gedanken um das letzte Jahr kreisen. Bevor die Partyhütchen dann auf dem Kopf sitzen, schaue ich an einem ziemlich regnerischen Montagabend aus dem Fenster. Es regnet. Verdammt nochmal, es ist Mitte Juli. Eigentlich hat es noch nie an meinem Geburtstag geregnet. „Dafür hattest du immer tolles Wetter. Der Regen wird eben aus den letzten Jahren nachgeholt“. Morgen sind es dann 28 Jahre, an denen ich genau behaupten kann, dass es noch nie an jenen Tagen geregnet hat. Hallo Endzwanziger! Mit euch habe ich ja noch gar nicht gerechnet. Das ging aber schnell! Kurz vor jedem Geburtstag denke ich an das letzte Jahr zurück und streiche in Gedanken ab, was man gern gefragt wird. Hattest du ein schönes Jahr? Bist du verreist? Hast du illegale Partys besucht? Neue Menschen kennengelernt? Bist du zufrieden mit deinen Entscheidungen? Mit alten Vorurteilen aufgeräumt? Und die Liebe? Ich sollte mehr Grilled Cheese essen. Hast du deine Ziele verfolgt? Bist du glücklich? Ich bin immer noch ich. Ich mag nur keinen Lachs mehr. „Bist du denn zufrieden mit allem?“, fragen mich dann am Vorabend neugierige Gesichter. Mit einem Glas Rotwein sitze ich vor dem Ofen, in dem gerade Schokoladenmuffins für morgen backen. Nebenbei läuft ein französischer Film. Wenn ich so darüber nachdenke…

Wir sind die Generation, die sich ausleben darf, die alle Narrenfreiheit genießt, die Kreativität und Leidenschaft zu einem Beruf erschafft, die die ganze Welt bereist, die nach den Sternen greift und sich manchmal zwischen ihnen nicht entscheiden kann. Wir wissen ziemlich genau, was uns gefällt aber haben eine ebenso klare Vorstellung davon, was wir nicht mehr wollen. Wir sind irgendwie erwachsen aber irgendwie auch nicht. Wir trennen uns von Freundschaften, die uns nicht guttun. Wir treffen Entscheidungen und tragen die Konsequenzen. Wir kündigen Jobs, die uns nicht das geben, was wir wollen. Wir trennen uns von einer Liebe und verlieben uns neu. Wir gründen Unternehmen und Agenturen nach unseren Vorstellungen. Wir erschaffen eigene kleine Welten, in denen wir uns wohl und verstanden fühlen. Wir machen Fehler immer noch zweimal. Wir belügen uns manchmal selbst, weil sich der Moment so gut anfühlt. Wir kennen uns lang genug, um uns ganz in Ordnung bis ziemlich cool zu finden. Wir verdienen unser eigenes Geld und wissen uns zu helfen. Wir haben ja uns und können uns auf uns verlassen. Oder wissen, wer sonst weiterhilft, wenn wir die IKEA Möbel wieder mal nicht alleine aufgebaut bekommen…

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In all dem finde ich mich wieder. Für meinen Geschmack ist alles so wie es sein sollte. Eigentlich hatte ich keine wirkliche Vorstellung davon wie es sein wird, wenn man 28 ist. Im Gegenteil, ich hätte mir niemals ausmalen können, wie schön es sein kann. Wie wichtig bisher völlig unbekannte Dinge werden, wenn man sie einmal erlebt hat. Wie gut es sich anfühlt, wenn man für sich einsteht und Mut beweist. Nichts ist vollkommen und ich stoße überall immer wieder auf diese suchenden, sehnsüchtigen Blicke. Die alle noch mehr wollen. Auch das wird passieren. Gisbert zu Knyphausens Stimme dringt durch den Raum. Die Muffins sind fertig. „Und, wenn du lachst, geht alles wie von selbst. Schau‘ wie die Freude kommt. Und alles hier auf den Kopf stellt“. Ich weiß nicht, wie ich mir früher die 28 vorgestellt habe. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es eine ziemlich gute Zahl ist. Weg mit Dingen, die dir weh tun. Mehr Mut. Weniger Nachdenken. Kein Zögern. Viel mehr Abenteuer, Liebe und Träume. „Die 28! Die wirds!“ „Anne, das sagst du doch jedes Jahr“. Und ich habe auch Recht damit, sage ich grinsend und öffne die Tür. Konfetti regnet mir entgegen. Lange Umarmungen. Küsse auf die Wange. Die langersehnte Kaffeedose. Die perfekte Ausstattung für einen romantischen Abend auf dem Balkon. Hübsche Mäppchen. Ein Bildband, der dank gemeinsamer Arbeit durch ganz Deutschland gereist ist. Quietschvergnügte Anrufe. Kleine Geheimnisse, die noch wachsen müssen. Grüne Brause, die durch die Küche gereicht wird. In der Geburtstagsplaylist David Bowie neben Jennifer Lopez. Wilde BINGO-Runden. „Der Preis ist heiß. Auf den Gewinner wartet eine Flasche Champagner!“ Noch mehr herzliche Umarmungen und Gin Tonic. Den Regen hab ich fast schon vergessen…

D A N K E für alles.

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